#40 Aktionsplan für einen Edelstahlverarbeiter

Shownotes

Die Edelstahl-Industrie gehört zu einem sehr traditionellen aber energieintensiven Wirtschaftszweig. Um in der aktuellen Entwicklung mithalten und den diversen Krisen standhalten zu können, hat sich Lars Schoch, Geschäftsleitung von Schoch Edelstahl, an unsere Klima-Coaches gewandt. Was ihn dazu bewogen hat und wie die Zusammenarbeit, bis hin zum maßgeschneiderten Aktionsplan, verlaufen ist, erfahren Sie in dieser Folge.

Vom Plan in die Umsetzung: Wie es danach weiterging hören Sie in der Folge nächste Woche. Jetzt abonnieren und keine Folge verpassen!

Glossar: VUCA (Akronym für englisch volatility, uncertainty, complexity, ambiguity): Herausforderungen in der von schnellem und unvorhersehbarem Wandel beeinflussten Welt MES (Manufacturing Execution System): computergestütztes System, das in der Fertigung eingesetzt wird, um die Umwandlung von Rohstoffen in Fertigerzeugnisse zu steuern

Literatur/Quellen: Christoph Keese: Silicon Valley Niklas Luhmann: Systemtheorie Dieter Schaudel Sven Gábor Jánszky: Trendforscher Lars Thomsen: Zukunftsforscher Ralf Goldschmidt

Informationen zum Gast:
Lars Schoch, Geschäftsleitung https://www.schoch-edelstahl.de/

Das Mittelstand-Digital Zentrum Klima.Neutral.Digital unterstützt kleinere und mittlere Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität: durch Erstinformationen, Quick-Checks, konkrete Aktionspläne und Digitalisierungsprojekte. https://klima-neutral-digital.de

  • Mittelstand-Digital Netzwerk: Mit regionalen und thematischen Zentren bietet Mittelstand-Digital im ganzen Bundesgebiet kompetente und anbieterneutrale Anlaufstellen zur Information, Sensibilisierung und Qualifikation. www.mittelstand-digital.de

im Auftrag des

Transkript anzeigen

Folge – Schoch Aktionsplan

Klimaneutral Digital, der Info-Podcast für den Mittelstand. Wir unterstützen Sie mit konkreten Praxisbeispielen und passgenauen anbieterneutralen Angeboten rund um die Digitalisierung, damit Sie Ihre Klimaziele erreichen. Unser Angebot ist für Unternehmen kostenfrei. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Klimaneutral Digital. Sie sind mit Ihrem Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Wir helfen Ihnen dabei. Egal, wie weit Sie dabei schon gekommen sind, wir sind an Ihrer Seite. Vor allem, wie Ihnen die Digitalisierung dabei helfen kann, das erfahren Sie hier. Mein Name ist Mats Kastning und in dieser Folge und in der nächsten Folge sprechen wir über einen Aktionsplan und ein Digitalisierungsprojekt. Dazu ist Lars Schoch bei mir. Lars, wärst du so nett und würdest dich selber noch mal kurz vorstellen? Hallo zusammen, mein Name ist Lars Schoch. Ich bin geschäftsführender Gesellschafter von Schoch Edelstahl in Hausach im Schwarzwald. Schoch Edelstahl ist Händler und Hersteller von Standard- und Sonderteilen aus Edelstahl und anderen schwer zersparenbaren Werkstoffen wie Hasteloy, Monel, Incoloy und Titan. Wir sind nicht ganz 50 Mitarbeiter und stellen solche Produkte seit rund 60 Jahren her. Wir wollen heute über einen Aktionsplan sprechen. Deswegen direkt am Anfang die Frage, was hat euch dazu bewogen, sich so intensiv mit Digitalisierung zu beschäftigen? Ja, gute Frage. Ich habe mich vor 10, 15 Jahren schon mit dem Thema beschäftigt. Ich hatte irgendwann, ich glaube das war 2013, einen Artikel gelesen in der regionalen Wirtschaftszeitschrift von einem ehemaligen Mitarbeiter von Endress & Hauser über Digitalisierung. Die Überschrift war, der Hype für Industrie 4.0 ist völlig übertrieben. Und da waren interessante Aspekte drin, zum Beispiel die Aussage, dass da eine riesen Veränderung auf uns in der Wirtschaft und auch in der Gesellschaft zukommt. Aber niemand genau voraussagen kann, was sich alles verändert, aber dass es massivste Auswirkungen auf die Produktivität haben wird und auch auf Geschäftsmodelle, auf ganze Branchen, wahrscheinlich sogar, dass ganze Branchen verschwinden werden. Und da war ich natürlich hellhörig, dass für mich letztendlich, da ich auch kurz davor erhebliche Anteile des Unternehmens gekauft hatte, ja eine existenzielle Fragestellung ist. Und wie ist es dann weitergegangen? Dann war ich schon so ein bisschen angefixt von dem Thema. Ich habe dann über einen Lienberater, mit dem ich damals intensiv zusammengearbeitet habe, das war der Mirko Weiß, hochkompetenter Mann, die Empfehlung für ein Buch beziehungsweise Hörbuch von Christoph Käse bekommen, Silicon Valley. Und Käse war ja damals wohl im Vorstand von Springer und die waren ein Dreivierteljahr im Silicon Valley und er hat ein geniales Buch darüber geschrieben. Das habe ich echt als Hörbuch angehört und das hat mich total begeistert und ich kann es auch absolut empfehlen. Und er beschreibt da auch sehr viel, wie Branchen disruptiert werden. Und das wurde so für mich eines der Themen, das mich total die letzten zehn Jahre umtreibt. Digitalisierung, Disruption, Wirkung auf die Geschäftsmodelle und regenerative Energie. Und was war jetzt die Auswirkung davon? Also wenn du sagst, das hat dich beschäftigt, schon seit zehn Jahren, was ja jetzt wirklich viel ist. Ich bin dann einfach hellhöriger geworden, war dann beispielsweise ein paar Jahre später in der Lokale in Freiburg. Tolle Location, also Coworking Space, ist für meine Branche ja auch was völlig anderes. Und war auf einem Vortrag vom Trends Crowd von Vitra, der hat dann gesagt, dass vergesst Prozesse, die werden eh bald alle digital laufen, kümmert euch um Methoden wie Design Thinking, Scrum und so weiter. Das waren neue Begriffe für mich. Heute habe ich mich schon ein Stück weit mit ausgesetzt, aber allein diese Aussage, dass sich das massiv verändern wird, die treibt mich eben um. Sicher auch, was ich vorhin geschildert habe, dass für mich eine existenzielle Frage ist. Ich habe dann mehrere Bücher, Hörbücher von Christoph Käse angehört, teilweise sogar durchgearbeitet. Ich war dann nochmal beim Vortrag, der war organisiert über die Volksbank. Das war, glaube ich, Ralf Goldschmidt war auch hoch faszinierend. Da ging es mehr, was hat Digitalisierung für Auswirkungen auf Organisationsformen? Das ist auch ein Stück weit ein Thema, wo ich mich beschäftigt habe mit Systemtheorie. Niklas Luhmann spielt da eine riesen Rolle. Und das war natürlich so eher im Vordergrund, wie muss sich eine Organisation verändern, damit diese Dynamik, es gibt das Schlagwort WUKA, wie muss sich eine Organisation ändern, um mit der WUKA-Welt klar zu kommen? Und da war da auch ein faszinierender Input, auch die ganzen Vorträge, die Artikel, das waren echt Erlebnisse. Das waren Leute, die da echt motiviert waren, Bock hatten und, wie sagt man, so schön für die Thematik gebrannt haben. Das hat mich irgendwo vielleicht auch echt total fasziniert und angesprochen. Da merkt man, es scheint dich wirklich gepackt zu haben. Ja, richtig. Vielen Dank. Freut mich auch, wenn ich das rüberbringen kann. Wie ging es dann weiter? Muss ich gerade mal kurz überlegen. Klar, ich habe viele Bücher gelesen, zum Beispiel auch vom Zukunftsforscher Sven Gabrianski. Lars Thomsen beispielsweise hatte ich einen Mitarbeiter, einen Kontakt in Ungarn. Und das ist ein Mann, der ist Kfz-Ingenieur, der kennt sich perfekt aus mit Autos. Wie noch die Mauer war, war der in Ungarn als deutschstämmiger hat er immer von seinen deutschen Verwandten aus Neckarsulm Prospekte gekriegt. Der hat alles auswendig gekannt. Und der war dann immer da und hat Probefahrten gemacht, natürlich mit Audis. Und irgendwann, 16, 17, ruft er mich an und sagt, Herr Schoch, ich war wieder bei meinen Verwandten, hatten eine Probefahrt gemacht, mit einem neuen Audi, mit einem Tesla. Sagt er, ich mache mir Sorgen um die deutsche Automobilindustrie. Hat er 16 oder 17 Uhr alles zu mir gesagt. Und dann hat er mir Videos geschickt von Lars Thomsen, auch ein Zukunftsforscher aus Hamburg, der in der Schweiz lebt, der viel von Tipping Point redet. Und das auch erklärt und auch ganz klar sagt, der Tipping Point für die E-Mobilität ist irgendwann, ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, so 2021 oder so. Das kann man vielleicht unterschiedlich sehen, aber das war auch nochmal so eine wichtige Information. Und so ging das einfach weiter. Mein Freund ist Lehrer an der Gewerbeschule in Geislingen an der Steige, da ist auch die WMF, und die haben eine Lernfabrik eingerichtet. Also die haben in dem gewerblichen Teil CNC-Maschinen digitalisiert, eigentlich ein Industrie 4.0-Projekt gestartet, haben die Kaufleute dazugenommen, die die dann generierten Daten auswerten. Und ich habe da bei der Eröffnung auch einen kleinen Referat, einen kleinen Vortrag gehalten über Digitalisierung im Mittelstand, was meine Erfahrung ist. Und für mich ist so die zentrale Aussage, also ich bin das hier so angegangen und gesagt, okay, ich habe interne Themen und ich habe externe Themen. Also interne Digitalisierung und externe Digitalisierung. Intern beispielsweise, da ist einfach die betriebswirtschaftliche Realität, ich muss für optimale Prozesse sorgen. Also letztendlich Rationalisierung, da führt kein Weg dran vorbei. Da haben wir hier jetzt auch schon beispielsweise im Personalbereich Personen eingeführt. Das ist eine Cloud-basierte Personalsoftware, alles digital, Lohnabrechnung, Zeitstempelung, läuft alles in eine Datenbank. Und kann dann übers Handy gesteuert bzw. gebucht werden. Also Krankmeldung, Urlaubsantrag geht heute bei uns alles übers Handy. Da sehe ich, wenn ich mit anderen Unternehmern hier in der Region rede, dass viele da noch mit Papier arbeiten. Und auf dem Vortrag, also ich habe da wirklich auch ein tolles Feedback gekriegt. Das war natürlich für mich, wie jetzt auch der Podcast hier, eine Herausforderung, da das ja nicht mein Job ist. Also meine Aussage war, ich bin kein professioneller Speaker, ich komme direkt aus dem Maschinenraum. Aber das Feedback war sehr, sehr positiv. Und ich habe für mich wahrgenommen, dass auch gesellschaftlich irgendwo erkannt wird, aber vielleicht sogar eher unterschwellig erkannt wird, dass sich da unglaublich viel ändert. Das löst vielleicht Ängste aus. Beispielsweise Christoph Käse schreibt auch darüber. Aber keiner weiß genau, was da eigentlich auf uns zukommt. Ich weiß es auch nicht, nur ich halte es für extrem wichtig, ich halte es für existenziell, dass wir uns dem stellen und uns damit beschäftigen. Ich bin kein Start-up, ich bin keine New Economy. Wir sind wahrscheinlich so gleiche Generation. Wir haben so 2000 die New und Old Economy Blase noch erlebt. Ich bin Old Economy. Aber, ich glaube Christoph Käse formuliert es auch mal so in die Richtung, die Herausforderung ist doch, die Firmen und die gesamte Belegschaft mit durch die Transformation zu nehmen. Das ist ein zentraler Punkt. Und natürlich sind es, das hat Dieter Schaudel auch geschrieben, das wird auch Arbeitsplätze vernichten. Mein Beispiel war da immer, ich denke das ist sehr anschaulich, ich habe eine Schallplatte von AC Deasy gezeigt. Das hatte ich auch mal auf einem Vortrag von einem Professor, der an der BA tätig war, gesehen. Da habe ich abgekupfert, ganz offen gesprochen. Eine AC Deasy Schallplatte und eine Plattenproduktion, also ein Presswerk. Was war dann die Innovation? Die Innovation war die CD, aber auch ein physikalischer Speicher, ein physisches Produkt. Ich habe auch eine physische Produktion gebraucht. Ich habe eine physische oder physikalische Distributionskette gehabt. Ich habe LKWs, Großhandel und dann Plattenladen oder CD-Laden. Und dann kam die disruptive Innovation. Spotify. Das sind auch Prinzipien, dass alles miniaturisiert wird und dematerialisiert. Diese ganzen Produktionen, diese ganzen Logistikketten, die sind obsolet. Das sind Märkte und wahrscheinlich weltweit waren das zehntausende von Arbeitsplätzen, die sind einfach weg. Und das ist für mich einfach ein Beispiel. Meine Aussage war, wahrscheinlich der Industrie in Baden-Württemberg, Stichwort Champions, drohen solche Entwicklungen auch. Es gibt die großen Beispiele, Nokia und Kodak. Wer hätte geglaubt, dass die so schnell weg sind? Das zeigt sich auch, wie schnell Disruption verläuft. Es gibt dann aber auch, das denke ich, habe ich auch bei Christoph Käse gelesen, dass es zwei deutsche klassische Konzerne gibt, die sich sehr massiv mit der Disruption beschäftigt haben und auch neue Geschäftsmodelle entwickelt haben. Das ist einmal Springer und Klöckner Stahl. Das ist ein Stück weit meine Branche. Der Vorstand von Klöckner hat damals Christoph Käse im Silicon Valley besucht. Das steht auch, glaube ich, in dem Buch Silicon Valley drin. Total klasse Geschichte, dass die dann zu Experten sind. Das waren alle so junge Leute, die da im Sofa in so einem Coworking-Space wohl rumgelümmelt sind. Dass er noch gedacht hat, er will ja jetzt da in zwei Tagen ein Konzept entwickeln. Und dann hat der sein Geschäftsmodell, des klassischen Stahlhändlers, der Hunderttausende von Tonnen einlagert, geschildert. Und die haben in zwei Tagen Disruptionskonzept entwickelt. So würden wir euch angreifen. Und dann hat der Vorstand von Klöckner das mit nach Hause genommen, selbst umgesetzt. Und Klöckner hat, soweit ich weiß, auch Start-ups in Berlin. Und das finde ich auch eine absolut geniale Geschichte. Und ich glaube an dem Beispiel, natürlich ist es eine andere Welt. Ich bin kein Konzern. Ich bin eine 40, 50-Mann-Schwarzwaldfirma oder Firma im Schwarzwald. Und habe da natürlich nicht die Mittel, nicht das Know-how. Und ich habe keine Stabsabteilung. Aber ich habe natürlich einen Vorteil. Ich habe eine überschaubare Struktur. Aber die Aufgabe ist die gleiche. So, nach dieser kurzen Einleitung können wir jetzt mal zum Aktionsplan kommen. Du hast jetzt sehr lang und sehr intensiv, und ich finde es total beeindruckend, geschildert, wie du dazu gekommen bist, dir Gedanken dazu zu machen. Gab es da einen Punkt, das würde mich jetzt noch interessieren, gab es da einen Punkt, wo du gesagt hast, verdammt, ich muss jetzt was machen? So ein totales Erlebnis gab es nicht. Nach dem Vortrag, den ich da an der Gewerbeschule gehalten hatte, wurde mir eigentlich klar, dass ich schon relativ tief in der Materie bin. Also, ich hätte mich da gut als Experte verkaufen können, als den ich mich aber jetzt nie empfunden habe. Sondern ich bin sicher so ein klassischer Mittelständler. Ja, ich habe mich dann einfach vorgearbeitet. Und meine Aussage war immer, es wird brutal viel über Industrie 4.0, Disruption, Digitalisierung gesprochen. Es gibt viele Veranstaltungen. Aber wenn ich die Frage stelle, und das ist für mich der entscheidende Punkt, wenn ich die Frage stelle, okay, ich bin hier ein 50-Mann-KMU, wie konkret seht ihr das? zähl ich das um, dann wird's ganz schnell verdammt dünn. Und das ist der Punkt, der mich umtreibt. Und dann hatt ich irgendwann vor zwei, drei Jahren eine Anzeige gesehen über Mittelstands-Digitalzentrum Klimaneutral Digital und hab da einfach eine Mail hingeschrieben, weil ich einfach immer auf der Suche war, wo krieg ich Input her. Ja, ich hab auch mit anderen ... Leuten oder Agenturen gesprochen. Digital-Lotsen gibt's zum Beispiel, da war mal jemand da. Also, jede Möglichkeit, die ich gefunden hab, hab ich einfach genutzt und bin ins Gespräch gegangen. So Co-Working-Space. In Preissach gibt's auch noch so was Vergleichbares. Immer, wenn ich was gelesen hab, im Regelfall die Webpage angeschaut, Kontakt aufgenommen. Und dann haben die Leute sich von Klimaneutral Digital bei mir gemeldet. War ein Projektleiter, das war ganz gut. Und interessant, ja, war auch die Aussage, ja, wir haben noch nicht so viele Firmen, die sich da gemeldet haben. Und wir würden sie gern als Pilot oder als Leuchtturmprojekt ... nutzen oder das einfach zusammen durchziehen. Und ich weiß noch dann, wie ich den ersten Videocall hatte und saß da vom recht großen Bildschirm bei uns im Besprechungsraum. Und auf einmal war der Bildschirm voll mit Leuten. Ich hab gedacht, verdammt, was ist jetzt los? Es war aber hochinteressant. Also, es waren Leute dabei von Han Schicker, von ZSW Zentrum für Solar- und Wasserstoffforschung, vom KIT. Und es ging dann schon um die verschiedenen Themen. Also, ich hab eigentlich auch mal so eher wie jetzt geschildert, was meine Gedanken, was meine Anliegen sind und was mich da rumtreibt. Und dann sind aus diesen Gesprächen einzelne, letztendlich, Beratungspakete entstanden. Und da muss ich wirklich sagen, dass es immer tolle, meistens online, Workshops waren, die mir echt viel gebracht haben und die mich auch unheimlich motiviert haben. Und ich möchte mich an der Stelle auch echt bei den Leuten, die mich da unterstützt haben oder mit denen ich da im Austausch war, bedanken. Weil es fachlich top war und auch immer eine Riesenenergie von denen kam. Meistens junge Leute, ja, die für die Thematik brennen und da auch die Notwendigkeit und auch die Verantwortung wahrnehmen und das vorantreiben. Das hat mich selber auch immer motiviert. Und wie sah jetzt diese Aktionsbank konkret aus? Also, konkret waren es mehrere Online-Workshops. Beispielsweise über das Thema Digitale Geschäftsmodelle. Und das war auch ein Mitarbeiter von Han Schickert, der dann auch Professor wurde an der DH in Heidenheim. Und der hat mit seinen Studenten dann über so einen Digitalisierungsprozess beziehungsweise einen Beratungsprozess mit verschiedenen Fragestellungen einfach durchgearbeitet. Also die Fragestellung, das wird so grob geschildert, welche Möglichkeiten oder welche Ideen gibt es für einen Mittelständler wie Schoch Edelstein mit klassischem Industriegeschäftsmodell digitale Produkte oder digitale Assets anzubieten? Irgendwelche Produkte, die wir heute im Portfolio haben, smart zu machen, als Beispiel. Oder es war dann auch ein Beispiel gegeben, dass ein Turbinenhersteller für Flugzeugturbinen, den Golds-Reuss war das, ja nicht mehr nur einfach das Produkt verkauft, sondern ein gesamtes Nutzungspaket letztendlich. Und eben die Wartung und alles integriert. Und da waren sehr viele interessante Gedanken dabei. War absolut top, auch toll, was die da gemacht haben. Für mich bleibt aber wieder für die Herausforderung oder die Diskrepanz oder die Frage, verdammt, wie krieg ich das jetzt hier konkret in einer 50-Mann-Firma auf die Straße? Also an dem Punkt häng ich eigentlich immer. Ein zweiter Workshop war ein Besucher hier vom ZSW und auch ein Experte für KI, vom KIT. Und da war die Frage, haben wir Daten aus unserer Fertigung? Also wie laufen die Maschinen, welche Produktivitätszeiten haben die? Und wie ist der Energieverbrauch von den Maschinen? Weil natürlich durch Solare und auch durch Windstromerzeugung wird es ja volatil, und da gibt es ja schon die Überlegung oder das Naheliegen, den Verbrauch an die Erzeugung anzupassen. Das ist vielleicht ein bisschen idealtypisch. Das sehe ich natürlich erst mal als Praktiker etwas kritischer. Ich kann ja nicht sagen, Leute, heute scheint die Sonne nicht, bleibt bitte daheim. Aber klar, durch KI-Analyse kann man sicher irgendwelche Muster entdecken. Und da ist unser Gehirn sicher zu unterkomplex, überhaupt die Komplexität zu durchdringen. Und deshalb macht es schon absolut Sinn, solche Dinge mit KI zu analysieren. Aber ich bin wieder am gleichen Punkt wie vorhin. Es scheitert dann letztendlich daran, dass ich die Daten gar nicht habe. Dann habe ich begonnen, hier letztendlich ein MES, Manufacturing Execution System, aufzubauen. Also das ist Digitalisierung in der Fertigung. Jetzt werden die Maschinen angeschlossen, und dann wird genau aufgezeichnet, Maschine produziert. Maschine hat eine Störung, Maschine wird gerüstet. Und am Schluss ergibt sich so eine Tageswochen-, Monats-, Jahresbilanz. Ein guter Begriff auch. Produktivitätsgebirge. Und wenn wir dann noch den Stromverbrauch ermitteln würden, was ich jetzt aber auch die Erfahrung gemacht habe, dass es schon so ... Es gab schon ein paar Versuche, auch vom Maschinenhersteller wurde das gesagt. Aber da waren die Ergebnisse auch eher durchwachsen, ja. Aber auf jeden Fall, diese Vorgehensweise ist da naheliegend. Da war dann auch noch die Fragestellung, ja, wir haben eine Solaranlage hier. Da erzeugen wir etwa 160.000 Kilowattstunden Strom. Das ist ganz ordentlich. Was können wir da optimieren? Würden Speicher Sinn machen? Gibt es Möglichkeiten, die Solaranlage zu erweitern? Aber als Beispiel wieder das eine Dach von der Halle, das ist zu labil gebaut. Dann hatten wir da eine Leckage. Dann hab ich erst mal einen Handwerker gesucht. Handwerker sind auch ziemlich ausgebucht. Bis ich überhaupt mal da Klarheit hatte, kann ich da überhaupt eine Solaranlage draufbauen oder nicht? Sieht wirklich schlecht aus. Ja, da war ich dann natürlich wieder auf die operative Ebene zurückgeworfen. Aber eben dieses Spannungsfeld ist für mich die tagtägliche Herausforderung. Ich bin überzeugt auch, dass regenerative Energie eine Riesenrolle spielt. Ja, das alles umzusetzen, ist aber dann doch noch mal eine andere Geschichte. Und ja, ist auch wieder ein Beispiel eben für diese Herausforderung. Wie bekomme ich das gerade in einem KMU auf die Straße? Gibt es irgendwas, wo du sagen würdest, die das jetzt hören und sich mit dem Thema beschäftigen wollen, wo sollen die anfangen? Welche Fehler oder welche Learnings kannst du da weitergeben, wo du sagst, besser da nicht oder beschäftigt euch erst mal damit? Ich würde es so machen, wie ich es gemacht habe. Überall Info herziehen, wo es geht. Und auch mein Hörbuch beispielsweise von Christoph Käse anzuhören. Und auf jeden Fall mit klimaneutralem Digitalkontakt aufzunehmen. Die Dinge, die ich jetzt geschildert habe, sind nur ein Teil. Also, ich war dann, ich mache einfach mal weiter, ich war dann auch in Kontakt mit einem super Experte von Hans Schickert, Uni Fein war das, wenn ich mich richtig erinnere, über additive Fertigung, also 3D-Druck. Und wir hatten dann auch zwei, drei Videocalls, wo man das wirklich fundiert erklärt hat. Und ich ein klares Bild gekriegt habe und deutlich besser heute einschätzen kann, ist 3D-Druck für mich eine Fertigungstechnologie, die relevant ist. Beziehungsweise ... Ich habe da auch schon Teile mal durchgerechnet oder angefragt. Ähm ... Wo wäre für uns ein Ansatzpunkt? Und wenn sich jetzt für mich wieder eine Frage stellt, und das ist auch sehr wichtig für mich, habe ich einen hochkompetenten Ansprechpartner. Den Experten hatte ich auch in Freiburg auf einem Workshop getroffen, war dann noch mal im Austausch, also war auch echt top, ja. Riesenspaß gemacht. Voll was dazugelernt. Dann unser zweiter Projektleiter, der Jan Kramer, der hat sich beschäftigt mit CO2-Bilanzierung, hat dann mal mit mir und zwei, drei Mitarbeitern hier auch einen Videocall gemacht und hat uns das alles erklärt. Ja, welche Regeln es gibt, wie wir so was angehen sollen. Wir sind jetzt da noch so mal leicht eingestiegen. Aber das war natürlich eine totale Hilfe, eine totale Orientierung. Und wenn wir das jetzt weiter vertiefen, habe ich natürlich auch wieder einen Experten. Und der Jan Kramer hat auch mal zu mir gesagt, weil ich hab mich so mit ihm ausgetauscht, ja, und er sagt, ja, ihm ist einfach wichtig, er hat ein Anliegen, da einen Impact zu leisten. Einfach einen Beitrag zu leisten, um die Dinge weiterzuentwickeln. Sicher, er natürlich auch stark orientiert an Klimaneutralität, CO2-Bilanzierung. Sicher ein wichtiges Thema. Wobei ich da auch klar sagen muss, ich hab mich da auch mit beschäftigt insofern. Ich hab einen Artikel gelesen von einem Vorstandsmitglied, von einem ERP-Hersteller, und der sagt, es kommt auf den Mittelstand ein Tsunami an Bürokratie zu. Ich seh das Spannungsfeld, ja. Ohne Frage sind es extrem wichtige Themen. Dekarbonisierung. Und andererseits ... bin ich natürlich auch gequält von deutscher Bürokratie oder von EU-Bürokratie. Und da spielt aber, das hat auch jemand auf einer Veranstaltung von der Volksbank gesagt, auch ein Experte, sagt, Leute, mal piano, da kann man auch heute viel mit KI machen. Also, die Entwicklung geht auch weiter. Und ich bin auch überzeugt, ich kann mich erinnern, vor 30 Jahren kam ISO 9000-Zertifizierung. Manche haben gemeint, dann wird es eine perfekte Welt. Andere haben nur gejammert. Ja, heute ist es Standard. Und es hat auch für uns hier eine Weiterentwicklung gebracht. Es ist sicher auch ein Riesenaufwand. Ja, aber wir können diesen Entwicklungen nicht aus dem Weg gehen, sondern wir müssen in die Entwicklung einsteigen und das vorantreiben. Ich denke, das sichert die Existenz eines Unternehmens, sichert die Arbeitsplätze und ist da auch eine Gesamtgesellschaft oder gar eine ökologische Verantwortung. Also, das hat mich schon als Jugendlicher beschäftigt, so das Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie. Und ich denke, es ist wichtig, beides irgendwo zu balancieren. Wie das Digitalisierungsprojekt dann konkret aussieht, was aus den ganzen Sachen, die du uns geschildert hast, folgt, das hören wir in der nächsten Folge. Lars Schoch, vielen Dank schon mal bis hierhin für die tiefen Einblicke. Wir sehen uns in der nächsten Folge mit dem längsten Bücherglossar. Die werden wir alle schön in die Shownotes packen, weil alle Lust haben, da auch mal nachzulesen. Wenn Sie sonst noch irgendetwas wissen wollen über Digitalisierung, über das Mittelstand Digitalzentrum oder sonst noch Fragen haben, schicken Sie uns eine Mail. Alle Links finden Sie in den Shownotes. Ich bin Mats Kastning und das war klimaneutral digital. Ich freue mich, wenn Sie auch in der nächsten Folge wieder dabei sind. Und bis dahin, bleiben Sie nachhaltig und neugierig. Klimaneutral digital gehört zu Mittelstand digital. Das Mittelstand Digital-Netzwerk bietet umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Alle Informationen finden Sie unter klima-neutral-digital.de. Concept und Produktion Audio-Textur.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.